Kryoanalgesie

Lang andauernde Analgesien können durch Kälteeinwirkung auf periphere Nerven erzielt werden. Spezieller Kryosonden ermöglichen die gezielte Anwendung des Kälteeffektes an dem mit dem Schmerz in Verbindung stehenden peripheren Nerv. Genutzt wird dabei das Prinzip des Joule-Thomson-Effektes, nach dem sich Gase unter Druck bei Austritt durch eine kleine Öffnung ausdehnen und abkühlen.

Grundprinzip ist die genaue Lokalisation des betroffenen Nervs unter Sichtkontrolle und elektrische Stimulation. Daran schließt sich eine etwa zweiminütige Vereisung bei etwa – 65° C an. Das Gefrieren bewirkt die Desintegration des Nervenaxons und den Untergang der Myelinschicht, das Bindegewebe bleibt jedoch intakt und ermöglicht eine Regeneration des Nervs.

 
Hauptindikationen sind therapieresistente, chronische Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, am häufigsten dabei das lumbale Facettensyndrom.

  • Facettensyndrom
  • Pseudoradikuläres Postnukleotomie-Syndrom (ausstrahlender Schmerz nach Bandscheibenoperationen)
  • Diskogener Schmerz ohne Bandscheibenvorfall (Nukleus pulposus-Prolaps)
  • Kokzygodynie (Coccygodynia-Steißbeinschmerzen)
  • Post-Thorakotomie-Schmerzen
  • Primäre und sekundäre Interkostalneuralgie
  • Neurombedingte Schmerzsyndrome