Radiofrequenzthermoläsion
Bei richtiger Indikationsstellung ist die Radiofrequenz-thermoläsion eine äußerst präzise, effektive und sichere Methode mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zur Bekämpfung des chronischen Schmerzes. Ambulant unter lokaler Betäubung durchführbar ist sie für den Patienten nur wenig belastend.
Die thermische Wirkung eines hochfrequenten Stromes von 300 kHz – 2 MHz wird in der Hochfrequenzchirurgie bereits seit Jahrzehnten bei operativen Eingriffen zum Schneiden und Abtragen von Gewebe genutzt. Hochfrequenter Strom bewirkt eine Elektrolytverschiebung. Diese Ionenbewegung führt zur starken Erhitzung des Gewebes in Elektrodennähe. Bei Temperaturen von 60 – 90 °C spricht man von thermischer Koagulation, die ein selektives Ausscheiden der Schmerzfasern ermöglicht. Die perkutanen Schmerzeingriffe erfordern eine genaue Kontrolle der Koagulationswirkung. Ziel ist eine möglichst wirkungsvolle, irreversible Koagulation von gewünschter Ausdehnung. Möglich ist dies durch die Messung und Überwachung aller Koagulationsparameter, wie Spannung, Strom, Impedanz, Temperaturentwicklung und Einwirkzeit. Einfluss auf die Läsion haben außerdem der Sondendurchmesser und die Länge der aktiven Spitze. Die heutigen HF-Geräte für perkutane Schmerzeingriffe arbeiten in der Regel mit einer digitalen Temperaturregelung (ein Mikrothermoelement befindet sich in der Elektrodenspitze), die einerseits auf die Elektrode abgestimmt werden kann und die andererseits die Generierung von festgelegten Temperatur-Zeit-Kurven zulässt.
Indikationen:
- Degenerative Rückenschmerzen
- Chronische Schmerzen des Achsenskeletts
- Cervicale und lumbale, nichtchirurgische Bandscheibenschmerzen
- Nichtchirurgische Nervenwurzelkompressionen
- Herpes Zoster
- Chronische, sympathisch unterhaltene Schmerz-syndrome, z. B. sympathische Algodystrophie
- Cervicobrachialgie/Cervicocephalgie, z. B. nach Schleudertrauma oder degenerativ
- Cluster-Kopfschmerzen
- Trigeminus-Neuralgie
- Chronische Tumorschmerzen
