Schmerztherapie
Die Zahl der Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, nimmt immer mehr zu. Für die Betroffenen ist dieser langanhaltende Schmerz eine große Belastung und die Lebensqualität leidet sehr darunter.
Die Ursachen von chronischen Schmerzen sind äußerst vielfältig und haben ihren Ursprung in verschiedensten Bereichen des Körpers. Nicht nur der primäre anhaltende Schmerz, sondern auch Sekundärreaktionen wie Muskelverspannungen, -verkürzungen, und –verhärtungen, die durch falsche Schonhaltungen entstehen können, belasten die Gesundheit der Patienten. Diesen Teufelskreis von immer mehr neu auftretenden Belastungen gilt es zu durchbrechen.
Zur Auswahl stehen mehrere nichtinvasive Therapieverfahren, die jedoch bei einer Vielzahl von Patienten zu keinem nachhaltigen Erfolg führen. Die Schmerzen bleiben oder kehren nach kurzer Zeit wieder zurück. In diesen Fällen gelingt es oft erst durch einen kleinen chirurgischen Eingriff, den Patienten anhaltend Linderung zu verschaffen. Es existieren verschiedene Verfahren mit dem Ziel einer dauerhaften Reduzierung oder Ausschaltung des Schmerzes durch gezielte Unterbrechung der für die Schmerzweiterleitung verantwortlichen Nervenbahnen.
Anatomie der Nerven
Nerven sind verantwortlich für die Weiterleitung von Informationen in unserem Körper. Durch Nerven werden motorische Signale vom Gehirn an die Muskeln weitergeleitet um Bewegungen auszuführen. Gleichzeitig werden aber auch Signale aus anderen Körperregionen ins Gehirn geleitet, darunter auch Schmerzinformationen. Nervenbahnen sind wie Informationsautobahnen in unserem Körper.
Den Aufbau von Nerven kann man sich vorstellen wie den eines elektrischen Kabels. Mehrere Nervenbahnen verlaufen parallel zueinander und sind zu einzelnen Nervenbündeln zusammengefasst. Umhüllt werden diese Bündel von Bindegewebe, was eine Isolationsschicht um die Nervenbündel bildet. Je dicker diese Isolationsschicht, desto schneller ist die Erregungsweiterleitung. Werden diese Nervenbündel und die Isolationsschicht zerstört, können keine Informationen und somit auch keine Schmerzen mehr weitergeleitet werden. Wird der Ursprung der Nervenbahnen, der Nervenzellkörper jedoch nicht mitzerstört, kann sich der Nerv regenerieren.
Kryoanalgesie
Durchführung
Der Ursprung des Schmerzes wird unter Röntgen- oder Computertomographischer (CT)-Darstellung bis auf wenige Millimeter genau lokalisiert. Dann wird in diesen Bereich ein lokales Betäubungsmittel gespritzt um zu überprüfen ob dieser Bereich tatsächlich für die Schmerzen verantwortlich ist.
Anschließend wird die Kältesonde ebenfalls unter Röntgen- oder CT- Kontrolle in das betroffene Gebiet vorgeschoben. Danach findet nochmals eine Positionskontrolle durch leichte elektrische Stimulation statt und es wird überprüft ob sich die Sonde auch am richtigen Platz befindet.
Erst dann beginnt das eigentliche Vereisungsverfahren. Unter hohem Druck stehendes Gas tritt durch eine kleine Öffnung im Spitzenbereich der Sonde aus, dehnt sich aus und führt zu einem schnellen Abkühlen der Sondenspitze auf -65 C°.
Bei diesem zwei bis vierminütigem Prozess wird ein Teil des Nervs zerstört. Der Nerv ist für einige Monate oder länger betäubt und der Patient ist schmerzfrei.
Nach dem Eingriff
Der Eingriff erfolgt nach Gabe eines leichten Beruhigungsmittels und unter örtlicher Betäubung und dauert nur zwischen 20 und 30 Minuten. Ein Krankenhausaufenthalt ist daher meist nicht notwendig. Allerdings sollte der betroffene Körperteil einige Zeit nach dem Eingriff noch geschont werden. Zudem ist es wichtig, nachfolgende Therapien wie beispielsweise eine Physiotherapie durchzuführen.
Da nicht der komplette Nerv zerstört wird, ist es möglich dass sich der Nerv nach einiger Zeit regeneriert und erneut Schmerzen auftreten. Eine Wiederholung der Vereisung ist allerdings jederzeit ohne Risiko für den Patienten möglich.
Wann wird Kryoanalgesie angewendet?
Die Vereisungstherapie kann an vielen verschiedenen Stellen des Körpers und bei verschiedenen Krankheitsbildern angewendet werden.
Beispiele sind:
- Ausstrahlende Schmerzen nach Bandscheibenoperationen
- Rückenschmerzen
- Schmerzen im Bereich des Steißbeins
- Schmerzen im Brustbereich
- Kopfschmerzen
- Reizungszustand der Gesichtsnerven
- Entzündungsbedingte Reizungen von Nerven oder umgebendem Gewebe
- Multiple Sklerose
Radiofrequenzthermoläsion
inomed bietet Geräte an, mit deren Hilfe die für die Schmerzweiterleitung verantwortlichen Nerven durch Hitze gezielt beschädigt werden um dadurch die Schmerzen zu lindern oder komplett verschwinden zu lassen.
Durchführung
In das Gebiet des betroffenen Nervs wird ein lokales Betäubungsmittel gespritzt um zu sehen ob dieser Teil auch wirklich für die Schmerzweiterleitung verantwortlich ist. Anschließend wird unter Röntgen- oder Computertomographischer (CT)- Kontrolle eine Elektrode in das Zielgebiet vorgeschoben. Danach findet nochmals eine Positionskontrolle durch leichte elektrische Stimulation statt um festzustellen ob sich die Elektrode auch wirklich am richtigen Platz befindet. Dann erst beginnt das eigentliche Verfahren.
Hochfrequenter Strom von 300kHz- 2MHz, welcher schon seit Jahrzehnten bei operativen Eingriffen zum Schneiden und Abtragen von Gewebe genutzt wird, wird über diese Elektrode appliziert. Das Anlegen dieses hochfrequenten Stroms führt zu einer Ionenbewegung und diese führt wiederum zu einer starken Erhitzung des Gewebes in der Nähe der Elektrode. Bei Temperaturen von 60-90C° entsteht eine gezielte Gewebsverklumpung, die ein gezieltes Ausschneiden der Schmerzfasern ermöglicht.
Ziel des Eingriffs ist eine zielgenaue, wirkungsvolle und irreversible Verklumpung der betroffenen Schmerzfasern. Durch die ununterbrochene Messung und Überwachung aller Parameter wie Spannung, Strom, Temperaturentwicklung und Einwirkzeit ist die Radiofrequenzthermoläsion eine äußerst präzise, effektive und sichere Methode zur Bekämpfung des chronischen Schmerzes.
Nach dem Eingriff
Der Eingriff erfolgt nach Gabe eines leichten Beruhigungsmittels und unter lokaler Betäubung und dauert nur zwischen 20 und 30 Minuten. Ein Krankenhausaufenthalt ist daher meist nicht notwendig. Allerdings sollte der betroffene Körperteil einige Zeit nach dem Eingriff noch geschont werden. Zudem ist es wichtig, nachfolgende Therapien wie beispielsweise eine Physiotherapie durchzuführen.
Wann wird Radiofrequenzthermoläsion angewendet?
Die Hitzetherapie kann an vielen verschiedenen Stellen des Körpers und bei verschiedenen Krankheitsbildern angewendet werden.
Beispiele sind:
- Degenerativen Rückenschmerzen
- Schmerzen im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule
- Gürtelrose (Herpes Zoster)
- Cluster- Kopfschmerzen (streng einseitig und in Attacken auftretende extreme Kopfschmerzen)
- Chronische Tumorschmerzen


