Kryogerät SL2000

„Der Nerv ist kaltgestellt – der Schmerz gelindert.“

Die schmerzlindernde Wirkung von Kälte wird seit Urzeiten von Menschen genutzt.

Jedoch konnte erst die Entwicklung spezieller Kryosonden die gezielte Anwendung des Kälteeffektes an dem mit dem Schmerz in Verbindung stehenden peripheren Nerv ermöglichen. Genutzt wird dabei das Prinzip des Joule-Thomson-Effektes, nach dem sich Gase unter Druck bei Austritt durch eine kleine Öffnung ausdehnen und abkühlen.

Grundprinzip ist die genaue Lokalisation des betroffenen Nervs unter Sichtkontrolle und elektrische Stimulation. Daran schließt sich eine etwa zweiminütige Vereisung bei etwa – 65° C an. Das Gefrieren bewirkt die Desintegration des Nervenaxons und den Untergang der Myelinschicht, das Bindegewebe bleibt jedoch intakt und ermöglicht eine Regeneration des Nervs.

Der Nerv ist für einige Monate oder länger betäubt aber nicht zerstört. Der Patient ist schmerzfrei, gezielt können sich weitere Therapien zur Stabilisierung der Rückenmuskulatur wie Krankengymnastik anschließen, um damit den schmerzauslösenden Verschleißprozessen entgegen zu wirken. Erst nach Ausschalten des Primärschmerzes ist die Therapie der sich häufig einstellenden Sekundärschmerzen sinnvoll.

Klingt die Betäubung ab, hat sich häufig die Reizung gelegt und eine weitere Behandlung ist nicht nötig. Eine Wiederholung der Behandlung ist jederzeit ohne Risiko für den Patienten möglich.
 

Applikationen:

 
Hauptindikationen sind therapieresistente, chronische Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, am häufigsten dabei das lumbale Facettensyndrom.

  • Facettensyndrom
  • Pseudoradikuläres Postnukleotomie-Syndrom (ausstrahlender Schmerz nach Bandscheibenoperationen)
  • Diskogener Schmerz ohne Bandscheibenvorfall (Nukleus pulposus-Prolaps)
  • Kokzygodynie (Coccygodynia-Steißbeinschmerzen)
  • Post-Thorakotomie-Schmerzen
  • Primäre und sekundäre Interkostalneuralgie
  • Neurombedingte Schmerzsyndrome