Forschungskooperationen

Für fünf Forschungskooperationen mit Universitäten und Instituten wurden insgesamt ca. 1,2 Mio. € Fördermittel von 2007 – 2012 für inomed bewilligt. Diese Zuwendungen stärken zusätzlich die Innovationskraft und schaffen neue Arbeitsplätze zunächst im Bereich Entwicklung und Konstruktion, nach der Umsetzung aber auch in allen Produktionsbereichen. 

Heute beschäftigt inomed bereits 12 Mitarbeiter in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Neben den BMBF-Forschungskooperationen werden auch die aktuellen Produkte kontinuierlich weiterentwickelt.

Das BMBF fördert neuen „Bernstein Fokus: Neurotechnologie” an den Universitäten Freiburg und Tübingen, der schwerpunktmäßig am Bernstein-Zentrum Freiburg angesiedelt ist. inomed partizipiert an diesem Projekt, das Ende 2008 bewilligt wurde.

Die neue Initiative ist Teil eines Förderprogramms zur Computational Neuroscience, dem auch das seit 2004 bestehende „Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Freiburg” angehört. Durch die Förderung werden unter anderem zwei neue Professuren eingerichtet, die zur weiteren Stärkung der Neurowissenschaften an den Standorten Freiburg und Tübingen beitragen werden. Mit ihrem Antrag „Hybrid Brain” konnten die Freiburger und Tübinger Wissenschaftler zusammen mit kooperierenden Firmen den Zuschlag für eins von deutschlandweit insgesamt vier neuen Forschungszentren gewinnen.

Ziel der Forschung ist, technische Systeme zu entwickeln, die direkt mit dem Nervensystem in Verbindung treten können. Die Nutzung solcher Technologien zur Steuerung motorischer Prothesen oder zur Bedienung eines Computers könnte in näherer Zukunft unter anderem technische Hilfsmittel für gelähmte Patienten ermöglichen. Andere Projekte dienen der Konzeption neuer Techniken zur Behandlung von Epilepsie und Migräne. Ziel solcher Ansätze ist Implantate zu entwickeln, die neuronale Aktivität oder biochemische Veränderungen, die einem Epilepsie- oder Migräne-Anfall vorausgehen, so frühzeitig registrieren, dass geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.
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inomed zählt außerdem zu den Gewinnern des Innovationswettbewerbs 2006 (Bodyguards für die Nerven) welcher mit 1,5 Mio. Euro gefördert wird.

Es beschreibt ein neuartiges Verfahren zur kontinuierlichen Nervenüberwachung bei chirurgischen Eingriffen. Ein selbstständig arbeitendes Nervenmonitoring mit Elektroden kann während operativer Eingriffe die Nerven vor Schädigungen durch Zug, Druck oder Temperatureinflüsse schützen. Die Signale der Elektroden werden umgehend erfasst und elektronisch ausgewertet. Der Operateur kann dadurch Veränderungen sehr schnell erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten. So kann die Gefahr von Verletzungen und bleibenden Nervenschädigungen erheblich verringert werden.
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Neue Ansätze gegen Epilepsie


Blitze im Gehirn – so beschreiben Betroffene Epilepsie-Anfälle. Mehr als eine halbe Millionen Menschen leiden in Deutschland unter dieser Krankheit, bei der es immer wieder zu Krampfanfällen ohne erkennbare Ursache kommt. Dafür sind die Auswirkungen für die Patienten umso fataler. Sie reichen von einem deutlich erhöhten Risiko der Arbeitslosigkeit bis hin zur gesellschaftlichen Ausgrenzung:

Dabei ist Epilepsie in den meisten Fällen medikamentös gut einstellbar, was allerdings häufig mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden ist. Neuere Therapieansätze verfolgen deshalb das Ziel, epileptische Aktivität durch punktgenaue Mikrostimulation von Gehirnstrukturen zu unterdrücken. Das Problem: Aktuelle Mikroelektroden besitzen weder die benötigte Langzeitstabilität und noch eine adäquate Biokompatibilität. Die Datenübertragung erfolgt nach wie vor kabelgebunden durch die Kopfhaut – mit der entsprechenden Infektionsgefahr.

Das Projekts INCRIMP entwickelt vor diesem Hintergrund neuartige Komponenten, basierend auf Mikrosystem- und Nanotechnologie. Auf diese Weise soll ein vollständig unter das Schädeldach implantierbares System mit drahtloser Energie- und Signalübertragung realisiert werden. Das angestrebte Ergebnis: Eine sichere elektrophysiologische und neurochemische Langzeitüberwachung und neue Möglichkeiten zur gezielten elektrischen Stimulation der Hirnfunktion. Das erhöhte Komplikationsrisiko durch Kabelverbindungen in der Kopfhaut wird dabei genauso umgangen, wie erstmals die Voraussetzungen geschaffen werden, kontinuierliche Hirnaktivitätsmessungen über einen Zeitraum von mehr als 30 Tagen durchzuführen. Damit erschließt INCRIMP besonders innovative Wege in der Diagnose und Therapie von Epilepsie.